Neues aus der Gesetzgebung

Reform des WEG-Recht - Neues Maklerrecht

Im Zuge der alles beherrschenden Coronapandemie sind wichtige Reformen fast ein bisschen untergegangen. Dabei gab es zwei sehr grundlegende Veränderungen.

Die WEG-Reform 2020

Zum einen ist am 01.12.2020 das WEMoG in Kraft getreten, das „Gesetz zur Förderung der Elektromobilität und zur Modernisierung des Wohnungseigentumsgesetzes und zur Änderung von kosten- und grundbuchrechtlichen Vorschriften“. Das WEMoG stellt eine grundlegende Reform des WEG-Rechts dar und wird die bekannten Regeln in der WEG an vielen Stellen grundlegend verändern. Es enthält zahlreiche, zum Teil sehr weitreichende Änderungen gegenüber der bisherigen Rechtslage. Die Folgen und Auswirkungen für die Praxis lassen sich derzeit noch nicht abschätzen. Für die erste Orientierung haben wir auf unserer Homepage ein ausführliches Informationsblatt zusammengestellt. Sie finden es im Downloadbereich.

» Zum Infoblatt

Das neue Maklerrecht

Am 23.12.2020 trat das Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser in Kraft. Die neuen Regeln gelten für alle Verträge, die nach diesem Datum geschlossen werden.

Die neue Rechtslage bringt im Wesentlichen zwei Änderungen:

Konnten bislang Maklerverträge auch mündlich abgeschlossen werden, so bedarf es zukünftig der Textform, wenn es um den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Kaufvertrags über eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus oder die Vermittlung eines solchen Vertrags geht. Schriftform, also ein im Original unterschriebenes Dokument, ist nicht erforderlich. Es genügen vielmehr Fax, E-Mail oder theoretisch sogar eine SMS.

Zudem muss die Maklercourtage beim Verkauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen nun von beiden Seiten getragen werden (Halbteilungsprinzip), wenn (auch) der Verkäufer den Makler beauftragt hat. Es ist also zukünftig nicht mehr zulässig, bei den genannten Objekten die Courtage vollständig auf den Käufer abzuwälzen. Dies ist nur möglich, soweit die Partei, die den Makler beauftragt hat, zur Zahlung der Provision mindestens in gleicher Höhe verpflichtet bleibt. Die andere Partei muss ihren Anteil zudem erst zahlen, wenn der Auftraggeber seiner Zahlungspflicht nachgekommen ist. Dies soll auch nicht umgangen werden können. Vereinbart der Makler also mit einer Partei, für diese unentgeltlich tätig zu werden, hat er auch gegen die andere Partei keine Zahlungsanspruch. Diese Neuregelung gilt für alle Formen des Einfamilienhauses, also beispielsweise auch für eine Doppelhaushälfte oder ein Reihenmittelhaus. Sie gilt jedoch nicht für Gewerbeimmobilien oder Mehrfamilienhäuser.

Aktuelles im Überblick

Mannheimer Mietspiegel 2021
Veröffentlichung des Miespiegels voraussichtlich am 16.12.2020
Rückblick auf 2020
Ein Jahr mit erheblichen Einschränkungen und ungewohnten Situationen