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Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2026
Antworten der Mannheimer Kandidaten
Die Landtagswahl am 08. März 2026 wirft ihre Schatten voraus. Wir haben daher Mannheimer Kandidaten mehrere Fragen rund um die Immobilienpolitik geschickt und um Beantwortung gebeten.
Angefragt haben wir bei: Elke Zimmer und Chris Rihm (beide Bündnis 90/Die Grünen); Sengül Engelhorn und Lennart Christ (beide CDU); Prof. Kathrin Kölbl und Oskar Weiß (beide FDP); Isabell Fuhrmann und Philipp Fränkle (beide Die Linke) sowie Dr. Stefan Fulst-Blei und Dr. Boris Weihrauch (beide SPD).
Es haben geantwortet: Prof. Kathrin Kölbl, Sengül Engelhorn, Elke Zimmer und leicht verspätet Chris Rihm und Lennart Christ und dann auch noch Dr. Stefan Fulst-Blei. Die anderen Politiker haben -leider- keine Rückmeldung gegeben.
Es ging um folgende Fragen:
1. Was gedenken Sie bzw. Ihre Partei wohnungspolitisch zu Gunsten der Immobilieneigentümer zu veranlassen?
Antworten der Kandidaten
Prof. Kathrin Kölbl (FDP)
Wohnungspolitisch möchten wir Eigentümerinnen und Eigentümer vor allem durch Entlastungen beim Erwerb, bei laufenden Abgaben sowie durch schnellere, günstigere Bau- und Sanierungsprozesse unterstützen.
Die landeseigene Wohnbauförderung soll stärker auf den Erwerb und die Bildung von Wohneigentum ausgerichtet werden. Zusätzlich sollen die Erwerbsnebenkosten sinken: Wir wollen die Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg wieder auf 3,5 % senken. Darüber hinaus setzen wir uns (bundespolitisch) für einen Grunderwerbsteuer-Freibetrag von bis zu 500.000 Euro ein, um den Eigentumserwerb spürbar zu erleichtern.
Bei den laufenden Belastungen liegt ein Schwerpunkt auf der Grundsteuer: Der baden-württembergische Sonderweg soll beendet werden, indem ein einfaches Flächenmodell ohne Bodenwert eingeführt wird; außerdem soll die Grundsteuer C wieder abgeschafft werden. Ebenfalls vorgesehen ist eine klare Verjährungsregelung bei Erschließungsbeiträgen, damit Eigentümerinnen und Eigentümer nicht noch nach Jahrzehnten rückwirkend für Bestandsstraßen zur Kasse gebeten werden.
Zentral ist darüber hinaus der Ansatz, Bauen, Umbauen und Sanieren einfacher und günstiger zu machen: Wir fordern ein radikales Bau-Bürokratieabbau-Paket und die Absenkung von Baustandards bzw. das systematische Streichen kostentreibender Vorgaben – nicht nur in der Landesbauordnung, sondern auch in den angrenzenden Regelwerken.
Sengül Engelhorn (CDU)
Für uns als CDU in Baden Württemberg ist klar: Ohne leistungsfähige und investitionsbereite Eigentümer – insbesondere private Kleinvermieter – wird es weder ausreichend noch bezahlbaren Wohnraum geben. Unser Ziel ist es deshalb, Eigentum zu stärken, Investitionen zu erleichtern und Verlässlichkeit zu schaffen. Auf Landesebene setzen wir insbesondere auf:
- Planungs- und Verfahrensbeschleunigung: Schnellere Baugenehmigungen, digitalisierte und vereinheitlichte Verfahren, mehr Entscheidungsspielräume für die Kommunen, weniger Doppelprüfungen.
- Senkung der Bau- und Baunebenkosten: Vereinfachung von Standards, Überprüfung landeseigener Vorgaben, Konzentration auf das Wesentliche statt „Goldrandnormen“.
- Stärkung von Wohneigentum: Die CDU steht bundesweit und im Land für eine höhere Eigentumsquote, etwa durch Entlastung bei Erwerbsnebenkosten und Förderung von selbstgenutztem Wohneigentum.
- Verlässliche Rahmenbedingungen: Keine neuen ideologischen Belastungen für Vermieter, sondern Rechtssicherheit und langfristig kalkulierbare Regeln.
Gerade in einer Stadt wie Mannheim bedeutet das: Wir wollen Eigentümer nicht als Problem, sondern als Partner in der Wohnraumschaffung und -erhaltung behandeln.
Elke Zimmer (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus zu kaufen, ist für viele Menschen ein wichtiges Lebensziel. Damit dieses Ziel für mehr Menschen erreichbar wird und sie ihren Traum von den eigenen vier Wänden realisieren können, reduzieren wir die Kaufnebenkosten. Konkret heißt das: Wir setzen uns für eine Absenkung der Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb von Wohneigentum ein.
Menschen, die bereits Wohneigentum besitzen, unterstützen wir bei der Bewältigung von Herausforderungen, die mit dem Besitz einhergehen. In vielen Einfamilienhäusern stehen nach Auszug der Kinder oder im hohen Alter viele Räume leer, das Haus wird für die verbliebenen Bewohner zu groß und unhandlich, gleichzeitig suchen Menschen nach Wohnraum. Damit Gebäude und Grundrisse Schritt halten können, und auch in gewohnten Lebensumfeldern passender Wohnraum besteht, fördern wir die Beratung zur Anpassung von Einfamilienhäusern. Aus einem Haus werden so zwei oder mehr Wohnungen, die wieder zu den eigenen Bedürfnissen passen. Darüber hinaus haben wir die Landesbauordnung angepasst und das Umbauen und Umnutzen deutlich erleichtert – so können Immobilieneigentümer einfacher mehr aus ihren Gebäuden machen. Als Anreiz, die eigene Wohnung wieder an den Markt zu bringen, haben wir die Wiedervermietungsprämie etabliert. Für die Vermietung gibt’s also einen zusätzlichen finanziellen Anreiz.
Chris Rihm (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Der Erwerb von Wohneigentum ist für viele Menschen ein zentrales Lebensziel. Damit dieser Schritt wieder für mehr Haushalte erreichbar wird, setze ich mich für eine Absenkung der Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb von selbst genutztem Wohneigentum ein. Gerade in Städten wie Mannheim, wo die Kaufpreise hoch sind, sind die Kaufnebenkosten eine erhebliche Hürde.
Für bestehende Eigentümerinnen und Eigentümer ist mir wichtig, dass Investitionen planbar und wirtschaftlich leistbar bleiben. Viele Einfamilienhäuser – etwa in Käfertal, Sandhofen oder Wallstadt – sind nach dem Auszug der Kinder zu groß geworden, während gleichzeitig Wohnraum gesucht wird. Deshalb unterstützen wir:
- Beratung und Förderung zur Anpassung und Umnutzung von Bestandsgebäuden, sodass aus einem Haus mehrere bedarfsgerechte Wohnungen entstehen können,
- Erleichterungen durch die novellierte Landesbauordnung, die Umbau und Umnutzung deutlich vereinfacht haben,
- Wiedervermietungsprämien, die einen finanziellen Anreiz schaffen, leerstehenden Wohnraum wieder auf den Markt zu bringen.
Gerade in Mannheim zeigt sich: Mit Beratung, Förderung und praxistauglichem Baurecht lässt sich zusätzlicher Wohnraum schaffen – ohne neue Flächen zu versiegeln.
Lennart Christ (CDU)
Für meine Partei und mich ist klar: Eine erfolgreiche Wohnungspolitik muss auch die Perspektive der Immobilieneigentümer ernst nehmen. Eigentum ist kein Luxusproblem, sondern ein zentraler Baustein der privaten Altersvorsorge, der Vermögensbildung und der Stabilität unserer Städte und Quartiere. Deshalb setzen wir auf verlässliche Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen statt verhindern. Dazu gehören insbesondere der konsequente Abbau von Bürokratie, schnellere und rechtssichere Genehmigungsverfahren, praktikable Bauvorschriften sowie steuerliche Anreize für Neubau, Sanierung und Bestandserhalt. Wer Wohnraum schafft oder erhält, übernimmt gesellschaftliche Verantwortung – diese Leistung muss politisch anerkannt und unterstützt werden.
Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD)
Wir verschlanken das Baurecht und senken die Baukosten für den Neubau. Die hohen Kosten für Neubauten treiben die Mietkosten in Baden-Württemberg weiter in die Höhe. Nach dem Vorbild Hamburgs wollen wir auch bei uns im Land Vorgaben und technische Standards soweit vereinfachen und reduzieren, dass die Baukosten um bis zu ein Drittel gesenkt werden können.
Im Bestand gehört die energetische Sanierung für Vermieter:innen und Mieter:innen gleichermaßen zu den größten finanziellen Herausforderungen. Daher machen wir energetische Sanierung zu einem neuen Schwerpunkt der Landesförderung. Wo immer möglich erleichtern wir dabei Verfahren und ermöglichen serielles Sanieren.
2. Ist eine Fortsetzung der Mietpreisbremse in Mannheim erforderlich und wenn ja, warum?
Antworten der Kandidaten
Sengül Engelhorn (CDU)
Aus meiner Sicht als Landtagskandidatin und als CDU-Stadträtin ist eine Fortsetzung der Mietpreisbremse in Mannheim nicht erforderlich, weil die sachliche Grundlage dafür nach der aktuellen Neubewertung nicht mehr gegeben ist. Durch die Mietpreisbremse wird massiv in das Grundrecht auf Eigentum eigegriffen. Die Mietpreisbremse ist ein Instrument, das nur dann angewendet werden darf, wenn ein unabhängiges Gutachten einen angespannten Wohnungsmarkt feststellt. Genau das ist in Mannheim nach der jüngsten Analyse offenbar nicht mehr der Fall. Für mich ist entscheidend, dass wir uns an objektiven, unabhängigen Daten orientieren und nicht an Symbolpolitik. Die Festlegung, ob eine Mietpreisbremse gilt, darf kein politisch manipulierbares Instrument werden, sondern muss auf klaren, nachvollziehbaren Kriterien beruhen. Wenn das Gutachten zeigt, dass sich der Mannheimer Wohnungsmarkt entspannt hat, dann ist es folgerichtig, die Mietpreisbremse nicht fortzuführen.
Zugleich bestätigt das Gutachten, dass die Wohnungsmarktstrategie in Mannheim wirkt. Die CDU hat seit Jahren darauf gesetzt, das Angebot zu erhöhen statt immer neue Regulierungen einzuführen. Die Ergebnisse sind sichtbar:
- Auf den Konversionsflächen Franklin und Spinelli entstehen bzw. entstanden rund 6.500 neue Wohnungen für etwa 14.500 Menschen.
- Weitere große Projekte wie Turley, Hammonds, das Glücksteinquartier und zusätzliche Quartiersentwicklungen haben hunderte zusätzliche Wohnungen geschaffen.
- Die städtische GBG mit ihren rund 20.000 Wohnungen wirkt als starker Preisdämpfer – ein Instrument, das viele andere Städte durch Verkauf der Kommunalen Wohnungsgesellschaften verloren haben.
Diese Entwicklungen haben den Druck auf den Wohnungsmarkt spürbar reduziert. Genau deshalb ist die Mietpreisbremse in Mannheim heute nicht mehr das geeignete Mittel. Stattdessen brauchen wir eine Politik, die Mietpreisstabilität durch mehr Wohnraum, weniger Bürokratie und schnellere Verfahren erreicht. Das ist der Weg, den ich als Landtagskandidatin unterstütze. Wir müssen:
- Genehmigungsverfahren beschleunigen,
- unnötige Auflagen in der Landesbauordnung abbauen,
- kommunale und genossenschaftliche Projekte gezielt fördern,
- und die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnflächen erleichtern.
Nur so entsteht bezahlbarer Wohnraum – nicht durch immer neue Regulierungen, die Investitionen ausbremsen und am Ende das Gegenteil bewirken.
Kurz gesagt: Die Mietpreisbremse ist in Mannheim nicht mehr notwendig, weil die objektiven Voraussetzungen fehlen und weil die Stadt durch konsequente Wohnungsbaupolitik bereits echte Entlastung geschaffen hat. Unser CDU-Weg bleibt: Mehr bauen statt bremsen.
Elke Zimmer (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Uns erreichen zahlreiche Rückmeldungen aus betroffenen Kommunen, die sehr deutlich sind: Vor Ort ist der Wohnungsmarkt angespannt, viele Menschen finden keine bezahlbare und passende Wohnung in der Stadt, in der sie arbeiten, studieren oder in Ausbildung sind. Für uns ist klar: Dort, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist, muss auch die Mietpreisbremse greifen. Sie schützt Mieterinnen und Mieter vor hohen Mietpreissteigerungen und schafft faire Rahmenbedingungen auf dem Mietmarkt. In einer Anhörung hatten die Bürgermeister der vom Wegfall der Mietpreisbremse betroffenen Kommunen gefordert, eine Anpassung der Kriterien vorzunehmen – auch der Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht. Auch aus meiner Sicht müssen Wege geschaffen werden, um eine sozial verträgliche Lösung für die Menschen in den betroffenen Kommunen zu ermöglichen und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass eine neue Mietpreisbremse die tatsächliche Lebensrealität der Mannheimer Mieterinnen und Mieter berücksichtigt.
Chris Rihm (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Ja. Mannheim ist objektiv ein angespannter Wohnungsmarkt. Viele Menschen finden keine bezahlbare Wohnung dort, wo sie arbeiten, studieren oder in Ausbildung sind. Die Mietpreisbremse ist kein Allheilmittel, aber sie wirkt als Stabilisator, der extreme Preissprünge bei Neuvermietungen begrenzt.
Entscheidend ist für mich, dass die Mietpreisbremse eingebettet ist in ein Gesamtpaket:
- qualifizierter Mietspiegel,
- konsequenter Vollzug,
- bessere Kontrolle von Umgehungen (z. B. möblierte Kurzzeitvermietung).
So entstehen faire Rahmenbedingungen – auch für verantwortungsvoll vermietende Eigentümer.
Lennart Christ (CDU)
In Mannheim wie in vielen anderen Großstädten wird seit Jahren über die Mietpreisbremse diskutiert. Meine Partei und ich sehen dieses Instrument jedoch äußerst kritisch. Die Mietpreisbremse greift nicht an der Ursache der Wohnungsnot an, sondern behandelt lediglich Symptome. Sie führt nicht zu mehr Wohnraum, sondern schreckt Investoren ab, verunsichert Eigentümer und bremst den Neubau. Langfristig verschärft sie damit genau das Problem, das sie eigentlich lösen soll. Unser Ansatz ist daher ein anderer: Bezahlbares Wohnen entsteht vor allem durch ein größeres Angebot – und dieses erreicht man nur, wenn sich Bauen und Investieren wieder lohnen.
Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD)
Ja. Es ist ein Fehler der Landesregierung gewesen, den bestehenden rechtlichen Spielraum nicht zu nutzen und Mannheim in der Mietpreisbremse zu belassen, denn Mannheim gehört bei der Mietbelastungsquote zu den 0,3% der teuersten Gemeinden in ganz Baden-Württemberg. Durch den nun gefundenen Kompromiss mit einer neuen Verordnung, die nur ein Jahr gilt, hat die Landesregierung darüber hinaus außerdem nur neue Rechtsunsicherheit geschaffen. Aus unserer Sicht stehen den berechtigten Interessen der Vermieter und dem in Artikel 14 verbrieften Grundrecht auf Eigentum die Schutzbedürfnisse der Mietenden gegenüber. Mit der Mietpreisbremse ist hier eine ausgewogene und verhältnismäßige Lösung gefunden worden, die aus unserer Sicht allerdings auch weiter reformiert werden muss, um Umgehungstatbestände wie Vermieten auf Zeit oder intransparente Verträge über möblierten Wohnraum einzudämmen. Diese Ausnahme-Tatbestände werden zu oft missbraucht und verzerren den Wettbewerb – oft zulasten der ehrlichen und kleinen Vermieter.
3. Brauchen wir in Baden-Württemberg einen Mietendeckel?
Antworten der Kandidaten
Prof. Kathrin Kölbl (FDP)
Die Mietpreisbremse war von Anfang an eine wohnungspolitische Fehlentscheidung. Sie schafft keinen neuen Wohnraum, sondern setzt am Symptom an und wirkt damit an den Ursachen des Wohnungsmangels vorbei. Zudem stellt sie Vermieterinnen und Vermieter unter Generalverdacht und hemmt Investitionen, insbesondere in den Neubau.
Auch das wiederkehrende Hin und Her um Verlängerung und Gebietskulisse zeigt aus unserer Sicht: Statt immer neuer Regulierung brauchen wir Anreize und Maßnahmen, die das Angebot erhöhen und mehr Wohnungen auf den Markt bringen – vor allem durch Neubau sowie durch erleichterten Umbau und die Aktivierung von Potenzialen im Bestand.
Ein Mietendeckel wäre erst recht ein fatales Signal. Er würde Investitionen zusätzlich abwürgen und den dringend benötigten Neubau weiter erschweren. Unser Ansatz ist daher: weniger Regulierung, mehr Bauen – verbunden mit verlässlichen Rahmenbedingungen, damit es wieder attraktiv ist, in Wohnraum zu investieren.
Sengül Engelhorn (CDU)
Einen Mietendeckel nach Berliner Vorbild lehne ich – wie die CDU insgesamt – klar ab. Ein solcher staatlicher Preisstopp ist nicht nur rechtlich hochproblematisch, sondern auch wohnungspolitisch der falsche Weg. Er schafft Rechtsunsicherheit, bremst Neubau und Modernisierung und verschlechtert am Ende die Lage von Mietern wie Eigentümern.
Wir als CDU setzten stattdessen auf:
- Ausweitung des Wohnungsangebots durch beschleunigtes Bauen und Aktivierung von Bauland.
- Gezielte Förderung für diejenigen, die Unterstützung brauchen, statt pauschaler Deckelungen.
- Stabile, Eigentümer-respektierende Rahmenbedingungen, die Investitionen in Mietwohnungen attraktiv halten.
Kurz gesagt: Wir bekämpfen nicht den Vermieter, sondern den Wohnungsmangel.
Elke Zimmer (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Ein faires und effektives Mietrecht ist im Interesse von Mietern wie Vermietern. Es schafft Transparenz, klare Rahmenbedingungen und verlässliche Mietverhältnisse. Dafür setzen wir GRÜNE ein. Auch auf Bundesebene werden wir uns an der Weiterentwicklung aller mietrechtlichen Instrumente beteiligen. Ziel ist, dass sie am Ende fair wirken – für Mieter wie Vermieter. Einen Mietendeckel braucht es dafür nicht.
Chris Rihm (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Ein pauschaler Mietendeckel ist rechtlich problematisch und politisch wenig zielführend, da das Mietrecht überwiegend Bundeskompetenz ist. Statt Symbolpolitik setze ich auf:
- eine Weiterentwicklung des Mietrechts auf Bundesebene,
- rechtssichere Instrumente, die im Alltag auch tatsächlich wirken,
- Stärkung des Vollzugs auf kommunaler Ebene.
Ein faires Mietrecht muss für Mieter wie Vermieter verlässlich sein.
Lennart Christ (CDU)
Noch deutlicher lehnen meine Partei und ich einen Mietendeckel für Baden-Württemberg ab. Ein Mietendeckel wäre ein massiver Eingriff in Eigentumsrechte und würde den Wohnungsmarkt nachhaltig beschädigen. Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen, dass Investitionen ausbleiben, Instandhaltungen verschoben werden und sich der Wohnraummangel weiter verschärft. Am Ende profitieren weder Mieter noch Vermieter. Für uns ist klar: Staatliche Preisfestsetzungen sind kein geeignetes Mittel, um strukturelle Probleme auf dem Wohnungsmarkt zu lösen.
Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD)
Wir wollen eine echte mietenpolitische Wende. Die Mietbelastung darf nicht länger ganze Existenzen gefährden. Unser Ziel: Niemand soll mehr als 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Miete aufbringen müssen. Mit der Mietpreisbremse und der Kappungsgrenze haben wir bereits gute Instrumente, um dieses Ziel zu erreichen. Einen Mietendeckel lehnen wir nicht kategorisch ab, halten diese Maßnahme für Baden-Württemberg aber aktuell weder für geeignet, noch erforderlich. Wir wollen allerdings den rechtlichen Spielraum nutzen, Mietpreisbremse und Kappungsgrenze für mehr Gemeinden in Baden-Württemberg zu nutzen. Eine zentrale Säule der Wohnraumversorgung bleibt auch für die SPD die Vermietung durch private Akteure zu einem am Markt gebildeten, fairen Preis. Wo der Markt nicht mehr in der Lage ist, diesen aus sich selbst heraus zu bilden, ist in der sozialen Marktwirtschaft der regulierende Eingriff des Staates erforderlich.
4. Wie wollen Sie bzw. Ihre Partei die Wohnungsbaupolitik verbessern?
Antworten der Kandidaten
Prof. Kathrin Kölbl (FDP)
Wir setzen in der Wohnungspolitik auf Eigenverantwortung von Bauherrinnen und Bauherren sowie Eigentümerinnen und Eigentümern. Dafür wollen wir weniger zentrale Vorschriften in der Landesbauordnung und in den Baunebenrechten. Nur durch deutlich mehr Neubau kann die Wohnungskrise nachhaltig gelöst werden.
Dazu braucht es aus unserer Sicht insbesondere:
- Vorschriften abbauen und Standards entrümpeln, um Bauen zu beschleunigen und günstiger zu machen. Gleichzeitig wollen wir Umbauten, Aufstockungen und Umnutzungen deutlich vereinfachen.
- Die Grunderwerbsteuer senken, weil das in der Breite wirkt und den Eigentumserwerb sowie Investitionen erleichtert.
- Genehmigungen konsequent digitalisieren und beschleunigen, einschließlich eines durchgängigen digitalen Bauantrags und – wo sinnvoll – KI-gestützter Prüfungen, um Verfahren spürbar zu verkürzen.
Darüber hinaus möchten wir die Wohnraumförderung stärker auf die Eigentumsförderung ausrichten. Eigentum ist Leistungsanreiz und Altersvorsorge. Damit stärken wir insbesondere die Mitte der Gesellschaft, die heute immer größere Schwierigkeiten hat, Wohneigentum zu erwerben.
Sengül Engelhorn (CDU)
Die CDU Baden Württemberg stellt im „Regierungsprogramm – Agenda der Zuversicht“ Wohnen und Bauen als zentrale Zukunftsaufgabe heraus. Im Land und vor Ort in Mannheim sehe ich drei große Hebel:
- 1. Schnelleres und einfacheres Bauen:
- Digitalisierung der Bauämter und Standardisierung von Verfahren.
- Ausbau von Typengenehmigungen und serielles Bauen.
- Reduktion landesspezifischer Zusatzanforderungen, wo sie über Bundesrecht hinausgehen.
- 2. Mehr und bezahlbares Bauland:
- Kommunen beim Flächenmanagement unterstützen.
- Nachverdichtung und Umnutzung (z.B. Konversion, Dachaufstockungen) erleichtern.
- Landesliegenschaften wohnungspolitisch sinnvoll einsetzen.
- 3. Wohnungswirtschaft und private Eigentümer als Partner:
- Verlässliche Wohnraumförderprogramme.
- Investitionshemmnisse abbauen, keine neuen Belastungsexperimente.
- Regelmäßiger Austausch mit Verbänden der Wohnungswirtschaft, wie Haus & Grund, die CDU Landtagsfraktion bereits pflegt.
Kurz gesagt: Wohnen ist ein Zusammenspiel von Land, Kommune, Wohnungswirtschaft und privaten Eigentümern – diese Partnerschaft wollen wir stärken.
Elke Zimmer (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Es gibt nicht die EINE Lösung, sondern mehrere Hebel, die wir alle betätigen. Wir haben uns in den letzten Jahren für eine starke Landeswohnraumförderung eingesetzt und das Fördervolumen massiv aufgestockt. Seit 2023 ist das Junge Wohnen Teil der Wohnraumförderung. Daneben stellt das Land im Rahmen der Wohnraumoffensive BW das beratende Kompetenzzentrum Wohnen und den Grundstücksfonds bereit, sowie Beratungs- und Wiedervermietungsprämien sowie die Förderung Patenschaft Innovativ Wohnen. Mit der Wiedervermietungsprämie beispielsweise wurden seit 2020 569 Wohnungen wieder auf den Wohnungsmarkt gebracht. Auch die Förderprogramme Flächen gewinnen durch Innenentwicklung, Städtebauförderung sowie das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum enthalten Förderschwerpunkte im Bereich Wohnen.
Auf gesetzlicher Ebene haben wir bspw. die Möglichkeiten des Baulandmobilisierungsgesetzes genutzt und Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt die Anwendung verschiedener Instrumente zur Erleichterung und Förderung des Wohnungsbaus eröffnet. Die Landesbauordnung (LBO) haben wir sogar mehrfach in dieser Legislatur angepasst, um das Bauen und Umbauen günstiger, schneller und einfacher zu machen.
Dieses Portfolio wohnpolitischer Instrumente wollen wir im Land fortführen und zielgerichtet fortentwickeln. Selbstverständlich im Dialog mit allen Akteurinnen und Akteuren, wie wir es mit dem „Strategiedialog „Bezahlbares Wohnen und Bauen“ bereits begonnen haben, der die Grundlage für mehr Wohnraum geschaffen hat und alle Beteiligten des Bereichs Wohnen und Bauen zusammenbringt. Darüber hinaus werden wir uns auch auf Bundesebene für eine gute Wohnpolitik einsetzen, sei es in Fragen des Baugesetzbuches, des Mietrechts oder bei der Finanzierung sozial-orientierten und nachhaltigen Wohnungsbaus.
Chris Rihm (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Bezahlbarer Wohnraum ist die Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür braucht es mehrere Hebel, nicht nur Neubau.
In Baden-Württemberg wurde die Landeswohnraumförderung deutlich ausgebaut: von 250 Mio. Euro (2021) auf inzwischen 760 Mio. Euro jährlich. Gefördert werden:
- sozialer Mietwohnraum,
- selbst genutztes Wohneigentum,
- Wohneigentümergemeinschaften,
- Genossenschaften,
- seit 2023 auch „Junges Wohnen“ für Studierende und Auszubildende.
Seit 2021 sind so über 18.000 sozial gebundene Wohnungen entstanden. Daneben setzt das Land auf:
- Beratungsangebote (Kompetenzzentrum Wohnen),
- Grundstücksfonds,
- Wiedervermietungsprämien,
- Innenentwicklung und Städtebauförderung.
Für Mannheim heißt das konkret: Bestand nutzen, Umbau erleichtern, Verfahren beschleunigen – statt allein auf Neubau zu setzen.
Lennart Christ (CDU)
Wenn wir die Wohnungsbaupolitik wirklich verbessern wollen, müssen wir den Fokus wieder auf das Ermöglichen legen. Meine Partei und ich setzen deshalb auf einen echten Wohnungsbau-Turbo: schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, weniger Detailregulierung bei Baustandards, mehr serielle und modulare Bauweisen sowie eine aktivere Baulandpolitik der Kommunen. Gleichzeitig wollen wir, dass private Bauträger, Wohnungsbaugenossenschaften und kommunale Gesellschaften gleichermaßen zum Zuge kommen. Wohnungsbau ist eine Gemeinschaftsaufgabe – sie gelingt nur, wenn alle Akteure mitgenommen werden.
Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD)
Wir setzen zuallererst auf eine Ergänzung der privat vermieteten Wohnungen durch eine Stärkung des geförderten Wohnungsbaus. Wir stärken dafür die kommunalen und genossenschaftlichen Träger und richten ergänzend eine Landeswohnungsbaugesellschaft ein, die dort, wo kommunale und genossenschaftliche Träger nicht selbst aktiv sind, auch selbst bezahlbaren Wohnraum schaffen kann. Parallel erhöhen wir die Mittel für die soziale Wohnraumförderung und wollen jeden Euro, den wir dafür aus Berlin erhalten mit eigenen Landesmitteln mindestens verdoppeln. Damit erhöhen wir nicht nur das Angebot am Markt, sondern bringen zugleich durch öffentliche oder öffentlich geförderte Aufträge die Bauwirtschaft wieder in Schwung. Die Wohnraumförderung steht auch privaten Vermietenden zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums offen.
Eine wichtige Belastung für Vermieter:innen, unabhängig von Größe und Rechtsform, sind überlange Verwaltungsakte und überflüssige Bürokratie. Dem wirken wir entgegen durch eine Verwaltungsreform und Aufgabenkritik der verschiedenen Regierungsebenen sowie eine Digitalisierung der Verwaltung und eine Verschlankung und Rationalisierung der dortigen Prozesse. Das entlastet finanziell – und spart darüber hinaus Zeit und Verwaltungsaufwand.
5. Private Kleinvermieter leisten einen wichtigen und gewichtigen Beitrag zur Wohnversorgung. Sie fühlen sich aber in der politischen Diskussion oft nicht wahrgenommen und zu Unrecht mit gewerblichen (Groß-)Vermietern in einen Topf geworfen. Wie wollen Sie bzw. Ihre Partei dem entgegenwirken?
Antworten der Kandidaten
Prof. Kathrin Kölbl (FDP)
Für uns sind Kleinvermieterinnen und Kleinvermieter das Rückgrat des Wohnungsmarktes. Sie ermöglichen Wohnen häufig zu fairen Preisen. Genau diese Akteure müssen wir stärken – und nicht mit immer neuen Regeln und Auflagen überziehen. Mietpreisbremsen oder gar Mietendeckel führen aus unserer Sicht dazu, dass sich private Anbieter vom Markt zurückziehen oder Investitionen unterlassen. Die Landesregierung muss Partner dieser Akteure sein und darf sie nicht durch Reglementierungen unter Generalverdacht stellen.
Außerdem muss Umbauen, Sanieren und Umnutzen deutlich einfacher werden. Wir wollen Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern mehr Vertrauen entgegenbringen und die Eigenverantwortung stärken. Deshalb lehnen wir auch Leerstandskontrollen sowie die Grundsteuer C ab.
Sengül Engelhorn (CDU)
Sie sprechen einen Punkt an, der mir persönlich wichtig ist: Private Kleinvermieter werden in der öffentlichen Debatte häufig mit großen Konzernen gleichgesetzt – das wird ihrer Leistung überhaupt nicht gerecht. Rund zwei Drittel des Wohnraums in Deutschland wird von privaten Eigentümern bereitgestellt; viele sind Menschen, die mit einer Immobilie fürs Alter vorsorgen oder Familienvermögen bewahren.
Wir als CDU wollen:
- Private Kleinvermieter ausdrücklich anerkennen – in der Sprache, in der Gesetzesbegründung und in der Förderpraxis.
- Unterschiede besser abbilden: Dort, wo es um Berichtspflichten, bürokratische Anforderungen oder regulatorische Eingriffe geht, wollen wir eine stärkere Differenzierung zwischen kleinen privaten Eigentümern und großen gewerblichen Vermietern.
- Dialog verstetigen: Regelmäßige Gespräche mit Verbänden wie Ihrem, um praxistaugliche Lösungen zu entwickeln und Fehlsteuerungen frühzeitig zu erkennen.
Elke Zimmer (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Der Wohnungsmarkt ist plural aufgestellt. Es gibt verschiedenste Akteure, die sozial gebundenen oder frei finanzierten Wohnraum schaffen: Private Investoren und Bauherren, gemeinwohlorientierte Baugenossenschaften, Mietshäusersyndikate, kommunale Wohnbaugesellschaften, gewerbliche Unternehmen und Bauträger, Baugruppen, Kirchen und weitere. Für uns ist klar: Wir werfen die Akteure nicht in einen Topf, auch wenn sie alle ihren Beitrag zur Wohnversorgung leisten. Deshalb sind und bleiben wir mit allen Akteursgruppen im Austausch, denn politische Entscheidungen müssen von der Praxis und der Lebensrealität der Menschen geleitet sein.
Ziel ist ein faires und effektives Mietrecht. Denn es schafft Transparenz und klare Rahmenbedingungen Wir setzen uns dafür ein, dass sowohl Mieter als auch Vermieter gut über ihre Rechte und Pflichten informiert sind. Das verhindert Konflikte und trägt zu verlässlichen Mietverhältnissen bei.
Chris Rihm (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Der Wohnungsmarkt ist plural. Private Kleinvermieter stellen rund zwei Drittel des Wohnraums bereit – das muss sich auch politisch widerspiegeln. Ich setze mich für eine differenzierte Betrachtung ein:
- klare Regulierung dort, wo systematisch überzogen wird,
- Fairness und Planungssicherheit für seriöse private Eigentümer,
- Ausbau von Information, Beratung und Transparenz.
Ein faires Mietrecht schützt beide Seiten und verhindert unnötige Konflikte.
Lennart Christ (CDU)
Besonders wichtig ist meiner Partei und mir die Rolle der privaten Kleinvermieter. Sie stellen einen Großteil des Wohnraums zur Verfügung und sorgen oft seit Generationen für stabile Mietverhältnisse in unseren Stadtteilen. Trotzdem fühlen sich viele von ihnen in der politischen Debatte zu Unrecht mit großen, renditegetriebenen Konzernen gleichgesetzt. Dem wollen wir entgegenwirken, indem wir differenzieren statt pauschalisieren. Kleinvermieter brauchen praxistaugliche Regeln, Planungssicherheit und einen respektvollen politischen Umgang. Sie sind keine Gegner einer sozialen Wohnungspolitik, sondern ein unverzichtbarer Teil davon.
Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD)
Viele private Kleinvermieter kennen zugleich die andere Seite des Marktes aus eigener Anschauung, da sie in anderen Lebensphasen selbst zur Miete wohnten oder ihre Kinder nach dem Auszug zuhause nicht sofort in eine Eigentumswohnung ziehen konnten. Einige wohnen sogar selbst zur Miete, während sie andernorts als Vermieter auftreten. Damit treten sie oftmals auch maßvoll am Markt auf und nutzen ihren Wohnungsbestand, der sich oft auf ein oder einige wenige Objekte beschränkt, nicht für maximale Rendite, sondern werden ihrer sozialen Verantwortung gerecht. Das ist bereits bekannt und wird von unserer Partei und ihren Mitgliedern auch so wahrgenommen und kommuniziert.
6. Die Wohnungspolitik steht vor riesigen Herausforderungen, Stichworte Klimawandel und Gasaus. Im Gebäudebestand stehen daher vielfältige und kostenintensive Modernisierungen an. Wie wollen Sie bzw. Ihre Partei die Eigentümer hier unterstützen?
Antworten der Kandidaten
Prof. Kathrin Kölbl (FDP)
Wir stehen für Wahlfreiheit und Technologieoffenheit, zum Beispiel bei der Wahl der Heizung, oder ob eine Photovoltaikanlage installiert wird. Die Realität zeigt doch: Eine Photovoltaikanlage amortisiert sich immer schneller und durch interessante Contracting-Modelle oder andere Finanzierungsoptionen wird die Finanzierung immer einfacher. Auch der Einbau von Heizungslösungen aus erneuerbaren Energien wird immer günstiger. In der Vollkostenbetrachtung stehen erneuerbare Lösungen immer vergleichbarer dar. Erneuerbare Energien sind die Zukunft, wir Freie Demokraten setzen uns dafür ein.
Außerdem möchten wir, dass Umbauen und Sanieren drastisch einfacher wird. Deshalb wollen wir beispielsweise eine Generalumbaunorm zentral in der Landesbauordnung verankern, damit unnötige, langwierige und komplizierte Antragsverfahren wegfallen.
Zudem wollen wir Besitzerinnen und Besitzer motivieren, in den Bestand zu investieren. Das gelingt aus unserer Sicht nicht durch Bevormundung oder überzogene Vorgaben, sondern durch verlässliche Regeln, schnellere Verfahren und niedrigere Kosten.
Sengül Engelhorn (CDU)
Die energetische Modernisierung des Gebäudebestands ist eine Generationenaufgabe. Sie gelingt nur, wenn Eigentümer nicht überfordert, sondern unterstützt werden. Die CDU steht für Klimaschutz mit Augenmaß und Technologieoffenheit, nicht für Überforderung per Ordnungsrecht. Aus meiner Sicht braucht es:
- Verlässliche und auskömmliche Förderung: Langfristige, gut planbare Landes- und Bundesprogramme für energetische Sanierung, Heizungstausch und Effizienzmaßnahmen.
- Bürokratiearme Umsetzung: Vereinfachte Antragsverfahren und bessere Bündelung von Beratungsangeboten.
- Technologieoffenheit: Keine einseitige Festlegung auf einzelne Heiztechnologien, sondern Berücksichtigung der konkreten Gebäudesituation (z.B. Wärmepumpe, Fernwärme, H2 ready, Quartierslösungen).
- Sozialverträglichkeit: Modernisierungen müssen wirtschaftlich tragfähig sein, sowohl für Eigentümer als auch für Mieter. Ein ausgewogener Rahmen bei Modernisierungsumlagen ist daher unabdingbar.
Elke Zimmer (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Unsere Umwelt ist weitestgehend bebaut. Insbesondere der Gebäudebestand aus den 1960er und 70er Jahren ist jedoch in vielen Fällen sanierungsbedürftig. Allein im Bereich Wohnen gibt es deutschlandweit 15,7 Mio. Gebäude, die seit ihrer Errichtung nicht oder nur teilweise energetisch saniert wurden. Für uns ist klar: Den großen Sanierungsdruck können wir nur gemeinsam bewältigen. Wir setzen uns daher für effektive und zielgenaue Förderprogramme ein, die insbesondere die energetische Einzelmaßnahme für jeden wirtschaftlich leistbar werden lassen. Denn im Kosten-Nutzen-Vergleich ist beispielsweise ein gedämmtes Dach ein wesentlicher Faktor.
Die Wärmewende haben wir in Baden-Württemberg bereits seit Jahren auf dem Schirm. Wir haben schon 2015 des EWärmeG eingeführt, dass bei Heizungstausch Erfüllungsoptionen vom Einsatz von Erneuerbaren Energien, Dämmung bis hin zu einem Sanierungsfahrplan vorsieht. Über unser Klimaschutzgesetz haben wir bereits 2020 die 103 größten Kommunen des Bundeslandes mit mehr als 20.000 Einwohner*innen zu einer Wärmeplanung verpflichtet und diese auch finanziert. Mit unserem Förderprogramm für die freiwillige kommunale Wärmeplanung haben wir Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohner*innen unterstützt – und über 470 Kommunen haben diese Unterstützung angenommen. Diesen Vorsprung können die Kommunen nun, da es diese Wärmeplanungspflicht auch auf Bundesebene gibt, nutzen, um in die Umsetzung dieser Pläne zu gehen.
Chris Rihm (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Der Sanierungsbedarf im Gebäudebestand ist enorm – gerade bei Häusern aus den 1960er und 1970er Jahren, wie sie auch in Mannheim häufig sind. Energetische Modernisierung gelingt nur, wenn sie wirtschaftlich leistbar ist. Dafür setzen wir auf:
- zielgenaue Förderprogramme für energetische Einzelmaßnahmen,
- Kombination aus Zuschüssen, günstigen Darlehen und Beratung,
- Sanierungsfahrpläne als Entscheidungsgrundlage.
Baden-Württemberg ist hier früh vorangegangen – etwa mit dem EWärmeG und der kommunalen Wärmeplanung. Mannheim kann diesen Vorsprung nutzen, um Planungssicherheit für Eigentümer zu schaffen.
Lennart Christ (CDU)
Angesichts von Klimawandel, Gasausstieg und steigenden energetischen Anforderungen stehen Eigentümer vor enormen finanziellen Herausforderungen, insbesondere im Gebäudebestand. Meine Partei und ich setzen hier klar auf Unterstützung statt Überforderung. Das bedeutet verlässliche und langfristige Förderprogramme, steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, technologieoffene Lösungen und realistische Übergangsfristen. Klimaschutz im Gebäudesektor kann nur gelingen, wenn er wirtschaftlich tragfähig ist und Eigentümer ihn auch tatsächlich umsetzen können, ohne ihre Existenz zu gefährden.
Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD)
Wir digitalisieren und rationalisieren unsere Verwaltung, um sämtliche bürokratischen Belastungen, die mit einer Sanierung im Bestand einhergehen zu minimieren. Zugleich machen wir energetische Sanierung zu einem neuen Schwerpunkt der Landesförderung. Wir sind uns bewusst, dass umgelegte Kosten für die energetische Sanierung für Mietende oftmals eine Belastung darstellen können. Dem gegenüber stehen allerdings Einsparungen bei den Nebenkosten. Wir sind uns auch bewusst, dass die Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen gerade für kleine Private eine erhebliche Herausforderung darstellen kann. Wir setzten uns daher dafür ein, dass die Förderung für Sanierungen so gestaltet wird, dass einerseits die Warmmiete nicht steigt, andererseits die Finanzierung aber auch für kleinere Private besser zugänglich wird. Das ist möglich, da wir wollen, dass das Land auch dort fördert, wo die Bundesförderung heute nicht besteht oder nicht ausreicht.
7. Soll die Umlagefähigkeit der Grundsteuer im Rahmen der Betriebskostenabrechnung abgeschafft werden? Wenn ja, warum?
Antworten der Kandidaten
Prof. Kathrin Kölbl (FDP)
Die Umlagefähigkeit der Grundsteuer hat sich grundsätzlich bewährt. Vermieterinnen und Vermieter versteuern die Mieteinnahmen ohnehin regulär. Daher sehen wir hier derzeit keinen Handlungsbedarf.
Sengül Engelhorn (CDU)
Aus meiner Sicht – und aus Sicht der CDU – soll die Umlagefähigkeit der Grundsteuer nicht abgeschafft werden. Eine Abschaffung würde insbesondere private Kleinvermieter und Eigentümerinnen und Eigentümer mit normalen, oft familiengeführten Mietobjekten unverhältnismäßig belasten. Die Grundsteuer finanziert kommunale Infrastruktur, von der auch Mieterinnen und Mieter profitieren. Es ist daher folgerichtig, dass sie weiterhin als Betriebskosten umlagefähig bleibt.
Gleichzeitig muss man klar sagen: Das Grundsteuersystem in Baden Württemberg ist in seiner jetzigen Form unausgewogen und führt zu erheblichen Ungerechtigkeiten. Das sogenannte „modifizierte Bodenwertmodell“ belastet Eigentümer mit kleinen Wohneinheiten und größeren Grundstücksanteilen – also Menschen, die oft selbst vorsorgen, nachhaltig bauen oder bewusst auf Verdichtung verzichten – überproportional stark. Wer ein kleines Haus mit Garten besitzt, zahlt häufig deutlich mehr als Eigentümer dichter bebauter, renditeorientierter Mehrfamilienstrukturen.
Diese Schieflage halte ich für falsch. Sie widerspricht dem Grundgedanken der sozialen Marktwirtschaft, nach dem Eigentum geschützt und nicht bestraft werden soll. Gerade Familien, ältere Menschen oder private Kleinvermieter, die mit einer Immobilie fürs Alter vorsorgen, geraten durch das aktuelle Modell unter Druck.
Deshalb setze ich mich dafür ein, dass:
- das Grundsteuermodell des Landes überprüft und korrigiert wird,
- Eigentümer mit kleinen Wohneinheiten und größeren Grundstücken entlastet werden
- und keine weiteren Belastungen für private Vermieter entstehen, die ohnehin schon Modernisierungs-, Energie- und Bürokratiekosten schultern müssen.
Kurz gesagt: Die Umlagefähigkeit der Grundsteuer muss bleiben – aber das Grundsteuersystem in Baden Württemberg braucht dringend eine faire, praxistaugliche Reform, die Eigentümer nicht für ihre Grundstücksstruktur bestraft.
Elke Zimmer (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Die Grundsteuer kann als laufende Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden. Die Umlagefähigkeit der Grundsteuer kann nicht auf Landesebene geregelt werden, sondern ist Aufgabe des Bundes. Das Land bringt seine Expertise und Mitwirkungsrechte über den Bundes- und Ministerrat ein.
Chris Rihm (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Die Umlagefähigkeit der Grundsteuer ist bundesrechtlich geregelt und kann nicht allein auf Landesebene geändert werden. Baden-Württemberg bringt sich jedoch über Bundesrat und Fachgremien in die Diskussion ein. Mir ist wichtig, dass Reformen:
- sozial ausgewogen sind,
- keine Fehlanreize setzen,
- Teil eines stimmigen Gesamtkonzepts bleiben.
Lennart Christ (CDU)
Eine Abschaffung der Umlagefähigkeit der Grundsteuer lehnen meine Partei und ich ab. Die Grundsteuer ist eine objektbezogene Abgabe, die an die Nutzung der Immobilie anknüpft. Würde man sie einseitig den Eigentümern auferlegen, würde das Investitionen unattraktiver machen und langfristig zu weniger Wohnraum führen. Das wäre weder im Interesse der Vermieter noch der Mieter. Statt neuer Umverteilungsdebatten braucht es stabile und faire Regelungen.
Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD)
Die Umlagefähigkeit der Grundsteuer liegt in der Zuständigkeit des Bundes. Die Grundsteuer ist eine Steuer auf das Eigentum an Grund und Boden. Deshalb haben wir uns dafür ausgesprochen, die Mieterinnen und Mieter bei der Grundsteuer zu entlasten. Die Umlagefähigkeit der Grundsteuer darf nicht so weit gehen, dass der Eigentümer sämtliche Lasten auf die Mietparteien umlegen darf.
Dagegen ist die Erhebung der Grundsteuer eine Aufgabe der Länder. Hier hat Grün-Schwarz ein Modell gewählt, das erheblich vom Bundes-Modell abweicht. Die aktuelle Grundsteuerreform von Grün-Schwarz lehnen wir ab, da sie im Gegensatz zum von uns präferierten Modell des Bundes nicht nach tatsächlicher Bebauung und Nutzung eines Grundstücks differenziert, sondern den Einheitswert lediglich auf Grundlage von Bodenwert und Fläche berechnet. Dies führt zu erheblichen Verzerrungen und Ungleichgewichten bei der Verteilung der Steuerlast innerhalb einer Gemeinde sowie zwischen Gewerbe und Wohnen.
8. Was würden Sie sich generell für die Wohnungspolitik wünschen?
Antworten der Kandidaten
Prof. Kathrin Kölbl (FDP)
Wir Freie Demokraten möchten, dass in Baden-Württemberg wieder deutlich mehr und schneller gebaut werden kann, indem wir Baukosten senken und Verfahren beschleunigen. Dafür wollen wir ein radikales Bau-Bürokratieabbau-Paket, unnötige und kostentreibende Standards und Vorgaben konsequent zurücknehmen und die Landesbauordnung inklusive der „Baunebenrechte“ entschlacken. Wir möchten Bauanträge durchgehend digitalisieren, Verfahren mit KI-gestützten Prüfungen beschleunigen und BIM dort zum Standard machen, wo es sinnvoll ist. Gleichzeitig möchten wir den Gebäudebestand stärker in den Fokus nehmen, indem Umbau, Sanierung und Umnutzung durch eine Generalumbaunorm erleichtert und der Bestandsschutz gestärkt wird.
Wir Freie Demokraten möchten außerdem, dass sich Menschen Eigentum wieder leichter leisten können und Eigentümerinnen und Eigentümer nicht durch unnötige Abgaben und Regulierungen ausgebremst werden. Deshalb wollen wir die Wohnbauförderung stärker auf Eigenheime und Eigentumswohnungen ausrichten, die Grunderwerbsteuer wieder auf 3,5 % senken und einen Grunderwerbsteuer-Freibetrag von bis zu 500.000 Euro anstreben, um die Hürden beim Eigentumserwerb spürbar zu senken. Wir möchten den Grundsteuer-Sonderweg des Landes beenden, ein einfaches Flächenmodell ohne Bodenwert einführen und die Grundsteuer C wieder abschaffen. Zudem möchten wir, dass private Investitionen in Wohnraum nicht durch Instrumente wie Mietpreisbremsen, Zweckentfremdungsverbote oder Leerstandskontrollen entmutigt werden – denn aus unserer Sicht führt vor allem mehr Angebot durch Bauen und Investitionen zu bezahlbarerem Wohnen.
Sengül Engelhorn (CDU)
Für die Wohnungspolitik insgesamt wünsche ich mir – und dafür möchte ich im Landtag arbeiten – drei Dinge:
- Weniger Ideologie, mehr Pragmatismus: Statt immer neuer Eingriffe in Mietpreise brauchen wir mehr Wohnraum, bessere Verfahren und stabile Rahmenbedingungen.
- Respekt vor Eigentum: Immobilieneigentum ist ein Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft. Eigentümer verdienen Anerkennung, Planbarkeit und Rechtssicherheit.
- Partnerschaft statt Konfrontation: Land, Kommunen, Wohnungswirtschaft, Genossenschaften und private Eigentümer sollten an einem Strang ziehen. Nur so schaffen wir eine Stadt wie Mannheim, in der Wohnen bezahlbar bleibt und Investitionen sich lohnen.
Elke Zimmer (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Eine bezahlbare und zu den eigenen Bedürfnissen passende Wohnung ist das Fundament für ein gutes Leben. Unser Ziel ist: Wohnraum, der zum individuellen Geldbeutel und individuellen Bedürfnissen passt, der dort verfügbar ist, wo das Leben einen hinführt und wo eine Nachbarschaft und ein Quartier existiert, das Begegnung, Arbeit, Anbindung, Infrastruktur und Erholung bringt. In einer alternden Gesellschaft wird beispielsweise zunehmend mehr Wohnraum benötigt, der auf die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst ist, bspw. barrierearm gestaltet und so auch mit körperlichen Einschränkungen gut bewohnbar ist. Dabei ist uns wichtig, dass auch ältere und alte Menschen in ihren gewohnten Nachbarschaften wohnen können, das heißt der passende Wohnraum dort verfügbar ist, wo er benötigt wird.
Chris Rihm (Bündnis 90/Die GRÜNEN)
Mein Ziel ist ein Wohnungsmarkt, der Versorgungssicherheit bietet – für Mieterinnen und Mieter ebenso wie für Eigentümer, die verantwortungsvoll investieren. Wichtig sind:
- Wohnraum, der bezahlbar und bedarfsgerecht ist,
- barrierearme Angebote in einer alternden Gesellschaft,
- die Möglichkeit, auch im Alter im vertrauten Quartier zu bleiben.
Gerade in Mannheim brauchen wir eine Wohnungspolitik, die Bestand, Klimaschutz und soziale Verantwortung zusammen denkt – pragmatisch, verlässlich und nah an der Realität vor Ort.
Lennart Christ (CDU)
Insgesamt wünschen sich meine Partei und ich für die Wohnungspolitik einen klaren Kurswechsel. Weg von Misstrauen, Verboten und immer neuen Eingriffen, hin zu Vertrauen, Verlässlichkeit und einer echten Ermöglichungskultur. Wohnen ist eine soziale Frage, aber sie lässt sich nur lösen, wenn wir bauen, investieren und Eigentum respektieren. Unser Ziel ist ein ausgewogener Wohnungsmarkt, in dem Mieter bezahlbaren Wohnraum finden und Eigentümer faire Bedingungen vorfinden, um Wohnraum zu schaffen, zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD)
Im Gegensatz zu anderen Parteien ist Politik für uns mit dem Anspruch verbunden, nach einer Wahl durch eine Regierungsbeteiligung tatsächlich greifbare Verbesserungen für die Menschen voranzubringen. Wir wünschen uns daher nichts, sondern wollen die Wohnungspolitik mitgestalten. Unser oberstes Ziel ist es, Wohnen wieder für alle bezahlbar zu machen. Dafür setzen wir einerseits auf eine Regulierung des Marktes, wo dieser nicht mehr alleine in der Lage ist, faire und effiziente Preise für alle Seiten herzustellen. Wir treten auch wieder ein für eine aktive Rolle des Staates im Wohnungsbau mit einer Stärkung kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungsbauunternehmen sowie ergänzend dazu einer neu einzurichtenden Landesgesellschaft für Wohnungsbau.
Wir wissen andererseits aber auch um die Wichtigkeit der Privatwirtschaft für den Wohnungsmarkt. Besonders sehen wir auch die Bedeutung, die nicht nur dem Bauen, sondern auch dem Sanieren im Bestand zukommt. Hier sind die kleineren privaten Vermieter wichtige Partner und dürfen durch Sanierungskosten ebenso wenig überfordert werden wie ihre Mieter. Dafür passen wir die Landeswohnraumförderung an und machen die Förderung von Sanierung im Bestand zu einer weiteren Säule.
